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3D – what else

6. Januar 2017

3D – what else

CHRISTOF LESCHANZ ist Gerichtssachverständiger für Uhren – Juwelen, Goldschmied und Diamantgutachter. Nun greift der Kärntner Unternehmer nach den Sternen, die für viele noch weit in der Zukunft liegen, schafft damit zugleich leistbare Innovation für Jedermann. Society Blog  bat den Visionär zu einem 3 dimensionalen Gespräch.

Das Familienunternehmen Leeb &Leschanz ist in Kärnten für Uhren und Schmuck bekannt. Ab sofort sind bei Ihnen aber auch modernste 3D Drucker erhältlich. Wie kam es dazu?

Das stimmt nicht ganz! Leeb-Leschanz ist und bleibt der Nr. 1 Ansprechpartner für Pfandkredite, Ankauf und Verkauf von Uhren, Schmuck und Diamanten. Wir arbeiten ständig mit internationalen Geschäftspartnern zusammen, welche uns dazu brachten, in diese Technologie zu investieren. Gemeinsam mit unseren deutschen Ingenieuren, entwickelten wir in Asien unsere 3D Drucker und gründeten unsere Tochterfirma, die at³D.at GmbH. Dadurch werden die 3D Drucker nun in Serie gefertigt. Zukünftig ist sogar eine Fertigungsschiene in Kärnten geplant. Hier sind wir aber noch auf der Suche eines passenden Standortes.

Wie funktioniert so ein Gerät und was kann man mit einem 3D Drucker von at³D.at alles produziert werden?

Die Drucker mit FDM (Fused Deposition Modeling) Technologie erstellen schichtweise, von unten nach oben Bausteine aus Thermoplast-Filament, welches erwärmt und extrudiert wird. Das bedeutet, dass verschiedene Kunststoffe geschmolzen werden und danach Schicht für Schicht wieder aufgetragen werden. Dieser Prozess geschieht dann in dreidimensionaler Form, wobei es auch möglich ist, bewegliche Ketten, Kugeln, und auch Hohlkörper herzustellen.

Mit welchen Fertigungsmaterialen arbeiten Ihre Geräte?

Durch das große Spektrum an Materialien, unterschiedliche mechanische Eigenschaften und Farben, ergeben sich vielseitige Anwendungsmöglichkeiten für den 3D Druck. Unsere Geräte arbeiten mit über 150 verschiedenen Filamenten aus unterschiedlichen Kunststoffen. Der Drucker arbeitet sogar zum Teil, mit verschiedenen elektroleitfähigen Metallen.

Welche unterschiedlichen Geräte sind bei Ihnen erhältlich?

Zurzeit produzieren wir hauptsächlich Geräte, basierend auf dem FDM Prinzip (Fused Deposition Modeling), oder auch FFF Verfahren (Fused Filament Fabrication) genannt. Wir verfügen zudem auch über Flüssigdrucker,
die im SLA Verfahren (Stereolithografie) arbeiten.

Was dient als Vorlage für die 3D Drucker?

Als Vorlage dienen Pläne bzw. 3D Dateien. Unsere Software regeneriert aus dieser 3D Datei einen sog. „G-code“. In diesem Code sind die Schichten und Positionierung des Extruders berechnet. Auch sämtliche Materialwege für die
Thermoplast und eventuell nötiges Stützmaterial, können bei Bedarf manuell justiert werden. Mittels einer SD Karte, (Secure Digital Memory Card) welche in den Drucker eingeführt wird, kann der Druck sofort gestartet werden.

Was wird man in Zukunft alles mit einem 3-D Drucker herstellen können? Was ist realistisch und was nicht?

Es stellt sich nicht die Frage was man mit dem 3-D Drucker drucken kann, sondern viel mehr, was man nicht damit drucken kann! Einzige Einschränkungen sind die eigene Kreativität und mangelnde Vorstellungskraft. Einsatzgebiete sind z.B. der Prototypenbau, alle Arten von Spielzeug, Modellbau, Dentaltechnik, sowie Fertigung von Kleinserien jeglicher Art.

Wie funktioniert die Wartung eines 3-Druckers und welcher Aufwand ist damit verbunden?

Die Wartung ist sehr einfach! Nur das gelegentliche Reinigen der Druckplatte, sowie der Druckdüse, sind selbst durchzuführen.

Kann man als Leihe einen 3-D Drucker überhaupt bedienen und wie lange dauert der Einschulungsprozess?

Ein besonders USP stellt die leicht Bedienung dar. Sämtliche benötigen Utensilien liegen dem Drucker bei, somit kann der Drucker innerhalb von 15 Minuten in Betrieb genommen werden. Auch von Laien!

Ihre Gerätschaften sind mit einem Einstiegspreis von € 2.990.- Euro verhältnismäßig ügnstig. Handelt sich dennoch um Qualitätsprodukte?

Unser Drucker ist industrietauglich und eines der genauesten Geräte, wenn es im FDM-Prinzip arbeitet. 3D- Drucker mit ähnlichen Qualitätsmerkmalen, erhält man am freien Markt erst ab € 10.000.- Euro. Die Preispolitik wurde so gestaltet,
dass sich jeder, der dieses Gerät auch nutzt, es sich leisten kann.

Vor allem Kärntner Schulen zeigten zuletzt großes Interesse an 3-D Druckern. Nicht nur technische Lehranstalten sollen in Zukunft davon profitieren. Könnte so in Kärnten, ein Vorsprung im Bildungsbereich entstehen?

In der Tat ist es richtig, dass unsere Drucker auch für Schulen geeignet sind. Derzeit befinden wir uns mit den Schulen, über eine Anschaffung dieser Geräte, in Verhandlungen. In den skandinavischen Ländern sollten im nächsten Schritt sogar schon Grundschulen, neben höheren Schulen mit unseren 3D Druckern ausgestattet werden. Wenn in unseren Schulen der Unterricht mit 3D Druckern abgehalten wird, regt dies den Erfindergeist an und wird es mit geringen Mitteln möglich gemacht, Innovationen zu schaffen und diese zu realisieren.
Wissenschaftler sehen diese Technik sogar als Grundlage für eine erneute industrielle Revolution. Wie beurteilen Sie diese Einschätzung?

Das ist richtig! Diese Revolution ist bereits im Gange. Stichwort: Industrie 4.0 & Eduacation 4.0. Hier wird 3D-Druck bereits generell bei den meisten Kongressen und Veranstaltungen präsentiert.

at³D.at
Nikolaigasse 5, 9500 Villach
Tel.: +43463210200
www.at3d.at

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